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Eine philosophische Frage

Über die philosophische Frage „Wie krank kann man sein?“

 

(oder warum es besser ist,  Kuchen zu essen, der das Ablaufsdatum 1987 hat und dessen Punschglasur schon orange ist)

 

Fangen wir am Besten damit an: es ist 18 Uhr und du weißt nichts mit dir anzufangen. Du kannst keinen deiner Freunde erreichen, draußen gießt es aus Eimern, der PC ist dir eingegangen und auf allen Sendern laufen auf einmal nur Serien à la „Wie bekomme ich mein 6-jähriges Kind dazu nicht mehr Drogen in seiner Klasse zu verteilen?“ oder Talksshows mit dem äußerst interessanten Thema „Ich habe zehn Finger. Na und?“

 

Tja, was tut man da?

 

Ganz klar! Die Antwort lautet natürlich ich besorge mir eine Flasche Wodka und betrinke mich hemmungslos bis ich anfange meine Waschmaschine für einen russischen Spion zu halten und sie vor ein Kriegsverbrechertribunal stelle, wobei mein Föhn der Vorsitzende ist und die Kaffeemühle der Verteidiger.

 

Gegen dieses phantastische Unterfangen sprechen allerdings drei triftige Gründe dagegen: 1. ist die Waschmaschine kaputt und somit außer Gefecht gesetzt. 2. Habe ich keine Kaffeemühle. Und 3. – und damit zu guter Letzt – wie sollte ich eine Anklage vor dem Tribunal vertreten ohne Beweise?

 

So muss man sich also einer andren Nachmittagsbeschäftigung zuwenden. Wäre ich jetzt Sherlock Holmes oder irgendein anderer dieser verbitterten Typen, dann würde ich mich jetzt dem spektakulärsten Fall der letzten paar Tage widmen: Wer stahl Georges W. Bush Armbanduhr?

 

Meine Spur würde mich dann natürlich zuerst einmal zu dem einen Iraner führen, der dort in der Menge stand. Aber da ich einen internationalen Krieg verhindern will (und ich mir denke, dass diese Lösung nicht sensationell genug wäre) suche ich mir einen anderen Schuldigen und gelange dabei an einen russischen Waschmaschinenverkäufer, wobei wir wieder beim Anfang wären. Da ich in der globalen Waschmaschinenszene zu bekannt bin verkleide ich mich. Leider fällt mir nicht auf, dass ich nun wie Johnny der Dosenöffner aussehe und werde brutal ermordet in dem ich mit Schokosoße übergossen werde und hungrigen, ekelhaften, sabbernden Kindergartenkindern vorgesetzt werde, die mich dann zu Tode abschlecken.

 

Also wäre auch diese Idee hinfällig…

 

Ungefähr 900 Sekunden später komme ich dann auf die Idee mir einen Stapel mit Zeitungen zuschnappen und eben jene Journale nach geheimen Botschaften zu durchsuchen, nachdem ich mir vor genau 129 Sekunden eine Verschwörungstheorie ausgedacht habe. Jene Theorie ist der Meinung, dass es nur die Talpidae – auch bekannt als Maulwürfe - sein können, die die Weltherrschaft an sich reisen wollen! Jawohl, die Maulwürfe, denn sie arbeiten im Untergrund. Selbstverständlich sind sie Meister der Tarnung und die Hunde der Queen sind keine Hunde sondern Maulwürfe. Fazit: in Großbritannien muss ihre Zentrale liegen. Außerdem haben sie sicher einen Tunnel vom „Fish & Chips“-Esser-Land zum „Schnecken & Forschschenkel“-Esser-Land gebaut. Europa dürfte ihnen also auch gehören.

 

Meine kleine Nachmittagesbeschäftigung wird aber wahrscheinlich keine kleine Nachmittagsbeschäftigung bleiben, sondern wird mich glauben lassen, dass wir alle beobachtete werden (ich werde nämlich sicherlich auf einen Artikel mit der Überschrift „Maulwurfplage im Mostviertel“ stoßen). Deswegen werde ich dann zunächst einmal paranoid, vernachlässige meine Freunde (die ich im Moment nicht erreichen kann), meine Familie (die auch nicht zu hause ist) und befestige meinen Hamster auf einer Miniatursteckbank um von ihm Informationen zu erhalten, weil ich ihn für einen Spion der Maulwürfe halte (oder vielleicht auch für einen verkleideten Maulwurf).

 

Letzten Endes werde ich dann eingewiesen und muss mir mein Zimmer mit jemanden teilen, der denkt Jesus hätte ihm befohle, dass alle Kugelschreiber, die eine blaue Hülle haben, jedoch schwarz schreiben, Teufelswerk sind.

 

Damit wäre auch der dritte Einfall gestorben.

 

Klar könnte ich einfach einen Schraubenzieher nehmen und ein bisschen damit in der Steckdose herumstochern, doch ich habe keine Lust das besagte Werkzeug suchen zugehen.

 

Es bleibt folglich nur noch eine Möglichkeit über: eine Runde Poker mit der Waschmaschine, dem imaginären Haustier und dem Punschkuchen, dessen Glasur schon orange geworden ist.

Wir fangen also an, doch schon nach kurzer Spieldauer steht fest: das ausgedachte Haustier schummelt, die Waschmaschine ist nicht kreditwürdig, der Punschkuchen hat gelogen was sein Alter betrifft und ich kann kein Royal Flash von einer Straße unterscheiden…

 

Da ist es wohl nicht verwunderlich, dass ich keine meiner einzigen Ideen umgesetzt habe, sondern stattdessen lieber den Punschkuchen aß. Dass er 1987 abgelaufen war schmeckte man gar nicht. Lag wohl daran, dass er zu 90% aus Rum bestand. Dass er aber doch nicht gerade der frischste war, merkte ich dann spätestens als ich mit dem Kopf über der Toilettenschüssel gebeugt am Boden kauerte und mein Innerstes nach außen kehrte.

 

Na ja, wenigstens ist das immer noch sinnvoller, als sich eine Geschichte zu überlegen, in der versucht wird, den Dieb von Bush’ Uhr zu finden, oder gegen die Waschmaschinen ermittelt wird, oder in der Maulwürfe als Ausgeburten der Hölle dargestellt werden, nicht wahr?

 

 

*~*Ende*~*

 

„Wen du nicht mit Können beeindrucken kannst, den verwirre mit Schwachsinn“

 

 

Vielleicht ein paar kurze Worte zur Entstehung dieser Geschichte. Das ganze fing damit an, dass jemand aus meiner Klasse umziehen wollte und zwar nach Kanada. Tja, und da ich nicht zur Abschluss"party" kommen konnte, habe ich einfach das hier geschrieben. Eigentlich wollte ich ja eine Karte machen, aber diese Geschichte drängte sich mir einfach auf... außerdem ist sie viel mehr ich als es eine Karte jemals sein könnte. xD

Vive la revolution  
 

"Der Tod ist erst der Anfang der Unsterblichkeit."
Maximilien de Robespierre
"Tugend, ohne sie ist der Terror verderblich; Terror, ohne ihn ist die Tugend machtlos."

 
Oscar Wilde  
  Denn jeder tötet was er liebt.
Ich sag es, dass es jeder hört!
Der tut es mit dem bösen Blick,
Der mit Schmeicheln, das betört.
Der Feigling tötet mit einem Kuss,
Der Kühne mit dem Schwert.
- "Ballade vom Zuchthaus in Reading" von Oscar Wilde
 
Flower in the Attic  
 

Euphoria

Song:
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